Es gibt seit Jahren immer wieder Technologien im Handel, die dessen Prozesse, Strukturen oder Abteilungen neu erfinden. Zwischen der Erfindung der Registerkasse im Jahr 1879 und dem Beginn des Online-Handels in den späten 90er Jahren wurden unzählige kleine und große Innovationen eingeführt. Natürlich setzt sich diese Entwicklung auch im digitalen Zeitalter fort – allerdings exponentiell. Daher betrachten wir in diesem Beitrag einige aufkommende Technologien im Handel, die ihn revolutionieren (werden).

1. Kassenlose Geschäfte

Das Geschäft betreten, Waren in den Einkaufskorb legen und beim Verlassen automatisch bezahlen, ohne sich anstellen zu müssen – ein Traum vieler Menschen! Seit Anfang 2017 in Seattle das erste kassenlose Amazon Go Geschäft eröffnet hat, ist diese Technologie ein Garant dafür, den Handel der Zukunft zu revolutionieren! Das Versprechen: keine Schlangen, keine Kassen, kein Bezahlvorgang. Aber wie genau soll das funktionieren?

Beim Betreten des Stores muss lediglich die dazugehörige App gescannt werden. Hierdurch wird der Shopper als anwesend registriert und die Ware kann seinem Amazon Account zugeordnet werden. Alle Produkte, die ein Kunde aus dem Regal nimmt, werden automatisch demvirtuellen Warenkorb zugeordnet. Beim Zurücklegen der Ware wird das Produkt ebenfalls entfernt.


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Amazon Go revolutioniert Supermärkte: QR Code scannen & los shoppen. Dieses innovative Supermarktkonzept à la Amazon ist eine der meist-diskutierten Technologien im Handel!


Damit das reibungslos funktioniert, wurde über 4 Jahre hinweg die sogenannte „Just Walk Out“ Technologie entwickelt. Hinter diesem Marketing-Namen steckt eine Kombination aus Produkterkennung per Video, Deep Learning Algorithmen und Sensoren. Genutzt wird diese intelligente Kombination aus Hardware und Software bereits für die Objekterkennung in autonomen Fahrzeugen.

Amazon plant in den nächsten Jahren bis zu 3.000 dieser kassenlosen Geschäfte zu eröffnen. Die Ausstattung eines solchen Stores gilt allerdings als sehr teuer. Gerüchten zufolge stecken bis zu 1 Millionen US-Dollar an Hardware in einem einzigen Go Store. Wie es sich in einem kassenlosen Supermarkt einkauft? Hier findet ihr einen Test:

2. Blockchain mit Smart Contracts

Blockchain = Bitcoin oder? Nicht wirklich! Denn hinter der Blockchain verbirgt sich eine Technologie mit viel Potenzial, die auch als Distributed Ledgerbezeichnet wird. Deren Ursprünge gehen auf das Jahr 1991 zurück und sie ist mehr als nur die Basis für Kryptowährungen. Der Name Blockchain leitet sich von seiner Beschaffenheit ab: Informationsblöcke (Blocks), die in einer Kette (Chain) aneinandergereiht vorliegen.

Vereinfacht erklärt: Die in einer Blockchain enthaltenden Informationen sind verteilt und sozusagen auf allen Geräten/Speichermedien, die Teil einer Blockchain sind, gespeichert.

Das heißt, wird eine neue Information (d.h. ein weiterer Block) kreiert, wird diese auf allen anderen Geräten, die Teil des Systems sind, ebenfalls hinzugefügt - idealerweise gleichzeitig. Dadurch sind die gespeicherten Informationen besonders fälschungssicher. Doch wo genau liegt hier das Potenzial für den Handel? Die Blockchain/Distributed Ledger-Technologie bietet die Möglichkeit, internationale Lieferketten lückenlos zu überwachen. Dies ist besonders für nachhaltige oder ökologische Handels-, Mode- und Produktionsunternehmen wichtig.

Automobilkonzerne wie Daimler und VW starteten bereits Pilotprojekte, um ihre Lieferketten für einzelne Rohstoffe transparenter und manipulationssicher zu überwachen. Diese Technologie ist sicherlich noch nicht zu 100% ausgereift, bietet jedoch bereits jetzt schon großes Potenzial für den Handel. In diesem Video findest Du ein visuelles Beispiel zur Funktionsweise einer Lieferkette auf Blockchain Basis anhand von Computerteilen: 


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3. Augmented Reality

Augmented Reality (AR) war bis vor einigen Jahren weitestgehend eine Spielerei. Doch mittlerweile ist es eine DER revolutionären Technologien im Handel. Im weitesten Sinne bedeutet Augmented Reality „das Erweitern der Realität (engl. augment = erweitern)“. Eine aktuelle Anwendung dieser Technologie ist beispielsweise das virtuelle Platzieren von Möbeln in den eigenen vier Wänden. Sowohl IKEA als auch der amerikanische Händler Wayfair bieten bereits Apps an, mit denen sich Produkte per Smartphone virtuell in Räumen platzieren lassen. So können Kunden bereits vor dem Kauf austesten, ob das Traumsofa optisch zu den bereits existierenden Wohnzimmermöbeln passt oder eben nicht.

Für alle, die sich weniger für Möbel interessieren, sondern eher als Style und Trend Liebhaber gelten, gibt es ebenfalls zahlreiche AR-Apps. Mit einer davon können User verschiedene Frisurentrends ausprobieren können. Die Software erkennt über die Kamera das Haar der Person und färbt dieses virtuell braun, rot oder blond. Eine weitere spannende Anwendungsmöglichkeit im Fashion-Bereich ist die virtuelle Anprobe von Kleidung oder Accessoires. Diese Möglichkeit besteht bspw. bei Sneakern. Mit der App „Wanna Kicks“ lassen sich bestimmte Sneaker in verschiedenen Farben bereits virtuell anprobieren.

4. Autonome Roboter 

Viele Menschen haben Angst, dass Roboter ihnen ihre Jobs wegschnappen. Aber der Trend zeigt auch, dass Roboter eine große Hilfe bei sich wiederholenden oder körperlich anstrengenden Tätigkeiten sein können. Sowohl im stationären Handel als auch in (E-Commerce) Logistikzentren.

Zum Beispiel investierte Zalando Anfang 2018 in ein Startup, welches mobile Roboter für die Logistik entwickelt. Diese sollen die Mitarbeiter im Lager gezielt und intelligent unterstützen. Die Roboter sind in der Lage, Schuhkartons selbständig einlagern und zum Versand aus dem Lager wieder herausholen. Durch die Automatisierung verspricht sich der Modegigant eine Entlastung der Mitarbeiter und eine weitere Optimierung der Betriebsabläufe, um die Kundenbedürfnisse noch besser erfüllen zu können.

Auch bei Walmart in den USA werden bereits in rund 50 Supermärkten autonome Roboter eingesetzt, um die Mitarbeiter von repetitiven Arbeiten zu entlasten. So haben diese mehr Zeit auf Kunden einzugehen und diese persönlich zu beraten. Auch in Asien kommen Roboter in verschiedenen Store-Konzepten zum Einsatz. So kann das ganze in der Praxis aussehen:


5. Digitale Instore-Assistenz Systeme

Dieser Bereich umfasst eine große Bandbreite an Technologien. Dazu gehören zum Beispiel digitale Schilder und Monitore im stationären Handel, welche live aktualisiert werden können. Ähnliches gilt für Preisauszeichnungen, die sich mit Daten aus Product Informations Systemen (PIM) in Echtzeit aktualisieren lassen.

Ein besonders innovativer Blumenstraußan Technologien kommt in einem Mediamarkt Concept Store in Eindhoven zum Einsatz. Es gibt eine In-Store Navigation per App, sodass Kunden die Online angesehenen Produkt unkompliziert und schnell im Laden finden und ansehen können. Denn besonders, wenn es um größere Anschaffungen wie Fernseher oder Kaffeevollautomaten geht, möchten Kunden gerne das Fernsehbild vorher testen oder einen Espresso zur Probe trinken. Wir finden: Eine kluge Verknüpfung von digitalen und analogen Möglichkeiten:


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